Willkommen im Club

Seit gut einem Monat gehöre ich nun also zum Club der Vierzigjährigen und darf Shirts mit “Netter, älterer Herr”-Aufdruck tragen. Immerhin, bisher fühlt sich das nicht anders an als bisher. :-)

Es wird ja immer viel hinein interpretiert in solche “runden” Geburtstage und ich kenne tatsächlich den ein oder anderen, der deswegen eine Sinnkrise bekommen hat, mit den entsprechenden Kurzschlussreaktionen: Motorradführerschein, Weltreise, Geliebte, Fitnesswahn – whatsoever.

Ich bin da eher tiefenentspannt. Klar merke auch ich, dass ich älter werde. Regenerationsphasen werden länger, kleine Wehwehchen tun mehr weh wie früher etc. – nix davon hat mit der Zahl 40 zu tun. Vielmehr ist es ein normaler, “schleichender” Prozess, den man nicht wirklich aufhalten, aber mit ein wenig Willen und Disziplin verlangsamen kann. Und daran arbeite ich, nicht mit Verbissenheit, sondern nach wie vor mit viel Spaß und Freude an Bewegung.

Nun eignen sich solche Gegebenheiten ja prima für ein bisschen Selbstreflexion, dem kann auch ich mich nicht entziehen. Also mal ein “Replay” der letzten zehn Jahre vor meinem geistigen Auge abgespielt, mit Freunden gesprochen und diskutiert: Viel falsch gemacht hab’ ich wohl nicht, dafür einiges richtig. :-)

Ich mit 30 Lenzen
Ich mit 30 Lenzen

Habe ich mich verändert?
Wer diese Frage im Zehn-Jahres-Rückblick mit “Nein” beantworten kann, war entweder schon immer ne geile Sau oder hat nix dazugelernt. Klar habe ich mich verändert!

Rein körperlich: weniger Haare. Weniger Gewicht – zwischen den Vergleichsbildern liegen so ca. 30 Kilo. Mehr Ausdauer, bessere Fitness. Mehr Falten, allesamt hart erarbeitet. Da komm’ ich doch durchaus gut mit weg. :-)

Mein 40er-Ich
Mein 40er-Ich

Wobei ich es eher als Entwicklung denn als Veränderung bezeichnen würde. Eine Entwicklung, die ich selbst angestoßen und fortgeführt habe, gewollte Veränderung also. Heirat, Jobwechsel, neue Interessen und ein viel gelassenerer Umgang mit all den Dingen, die mich früher im Nullkommanochwas die höchste Palme hochgetrieben haben – für mich selbst bewerte ich das als durchaus positive Entwicklung.

Vieles ist anders im direkten Vergleich, das allermeiste davon deutlich besser. Klar, ein paar Verluste gibt es in zehn Jahren immer, sei es nun finanziell, beruflich oder persönlich. Die Zeiten, in denen “Klug war’s nicht – aber geil”-Entscheidungen eher Regel als Ausnahme waren, sind vorbei – auch das eine Entwicklung, die gewollt war und ist. Leider sind ein paar Freundschaften im Laufe der Jahre auf der Strecke geblieben, andere haben nach wie vor Bestand und sind noch intensiver und enger wie vor zehn Jahren. Und last but not least sind ja auch einige neue Freundschaften entstanden – Freundschaften, die mit meinem 30-jährigen Ich wohl eher nicht funktioniert hätten. ;-)

Beruflich hatte ich einmal mehr Glück und bin “auf die Füße gefallen”, als ich 2012 den Job gewechselt habe. Das sind nun gute vier Jahre, die mein neuer Brötchengeber mit mir auskommt – und ich mit ihm. Und nach wie vor halte ich diesen Wechsel für eine der besten Entscheidungen der letzten zehn Jahre.

Bleibt die abschließende Frage nach DER besten Entscheidung der letzten zehn Jahre. Die Antwort darauf ist einfach und bedarf keiner Begründung oder Erläuterung. Ein Wort genügt: Eva – mit der ich seit (knapp, es fehlen noch ein paar Monate) zehn Jahren zusammen bin, sieben davon sind wir dieses Jahr verheiratet. Danke, Schatz!

Und abseits der ganzen Selbstreflexion?
Ja, es gab ne Party. Nein, es gab keine Alkoholleichen. Ja, es sind massig Reste vom Essen übriggeblieben. Ja, auch Getränke sind massig über. Nein, es ging nicht bis morgens um vier. Gerockt hat es trotzdem, dafür hab’ ich sogar nen Videobeweis – unbearbeitet und ungeschnitten. :-)

An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an meine Gäste – zum einen natürlich dafür, dass ihr da wart und einen schönen Abend mit mir verbracht habt. Zum anderen -und das ist der Wahnsinn- für die 780,- Euro, die ihr zusammengetragen habt! Hammer!
Ich habe kurz aufgerundet und konnte so 400,- Euro an Silberstreifen e.V. spenden!

Fender 60's Special Stratocaster Matcap
Fender 60’s Special Stratocaster Matcap

Die andere Hälfte wollte ich für mich verwenden und da einige gefragt haben, was denn die von mir begehrte Fender Stratocaster eigentlich ist, kommt hier die Auflösung – seit letzter Woche erweitert dieses Prachtstück meine Sammlung: Eine Fender 60’s Special Matcap Stratocaster in Seafoam Green. Mit lackierter Kopfplatte. ;-)

 

 

One thought on “40! In Worten: Verrzisch!”


  • By Christian - Reply

    Nachträglich die besten Glückwünsche!
    In unserer Familie gibt es ein Sprichwort. Mit 40 kommt der Verstand. Mir fehlen noch 2 Jahre dazu aber anhand deines 30 vs. 40 Vergleichs bin ich guter Hoffnung ;) Da ist schon was wahres dran. Was ich nicht alles mit 30 Jahren gemacht habe und nicht unbedingt hätte machen dürfen/sollen… Man wird im Laufe der Zeit ruhiger und bedachter. Einzige Nicht-Parallele ist das Gewicht. Was Du verlorenen hast, habe ich gefunden – ziemlich genau 30 :p

    PS: DANKE FÜR DAS BEWEISVIDEO! GÄNSEHAUT!

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