Ich hab’s mal wieder geschafft, über einen Monat nix zu posten. Ein Mangel an “verblogbarem Zeuchs” besteht eigentlich nicht, es gäbe so einiges, worüber ich schreiben könnte – wobei genau das einer der Gründe ist, warum es hier so still war und ist…

Völkerschlachtdenkmal Leipzig
Völkerschlachtdenkmal Leipzig

Aber der Reihe nach:
Zum einen hatte ich Urlaub und habe es tatsächlich geschafft, zwei Wochen mal digital abzuschalten. Also nicht vollständig, aber immerhin soweit, dass kein Gedanke an Arbeit oder Blog “verschwendet” wurde.

Für ein paar Tage hat es uns in den gar nicht mehr so wilden Osten verschlagen, genauer gesagt nach Leipzig. Zum dritten Mal mittlerweile und dieses Mal hat der Ausflug zum Völkerschlachtdenkmal geklappt – sehr beeindruckend, wie das Bild schon sehr deutlich zeigt. Im Inneren geht es sehr eng zu, die Treppen sind nicht zu unterschätzen. :-)

Leider hat mir eine “Hasch-mich-ich-benehme-mich-daneben”-Schulklasse den Aufstieg zur obersten Aussichtsplattform unmöglich gemacht, weil sie im Treppenhaus Fangen gespielt haben.

Neben geschichtlichem Input stand natürlich auch der obligatorische Zoo-Besuch auf dem Programm, der wieder mal wunderschön war: Früh aufstehen lohnt sich, das Gondwanaland war quasi menschenleer und es gab endlich Gelegenheit, sich in Ruhe umzusehen. Beim ersten Besuch vor vier Jahren war das ja leider nicht so, damals war ich froh, wieder raus zu sein aus der Tropenhalle, die völlig überfüllt war.

Auch ansonsten tut sich einiges im Zoo Leipzig, es wird fleissig gebaut, renoviert und erweitert. Womit schon feststeht, dass es mindestens einen weiteren Besuch dort geben wird. ;-)

Leider gab es auch unschöne Dinge zu sehen, z.B. die ca. 200 Vollpfosten, die direkt vorm Hotel zur “Legida-Parade” angetreten waren – und von sicherlich mehr als dreimal so vielen Gegendemonstranten erwartet wurden. Es war schon ein seltsames Gefühl, quasi direkt daneben zu stehen und so gar nix tun zu können.

Womit ich zu einem Thema komme, das mich in den letzten Woche sehr stark beschäftigt hat und uns alle mit Sicherheit noch die nächsten Jahre beschäftigen wird: Die Flüchtlingswelle und vor allem die Reaktionen, die sie auslöst. In den sozialen Netzen habe ich mich anfangs noch geäussert und hatte auch hier schon mehrmals Texte geschrieben, sie aber wieder gelöscht.

Das Thema geht mir an die Nieren, es bewegt mich und blockierte jegliche Lust und Motivation, hier über tolle Gagdets oder sonstigen “First-World-Kram” zu schreiben, während ein Irrer in Ungarn Zäune baut und den Schießbefehl ausgegeben hat. Während hunderttausende umherirren auf der Suche nach einem Platz, an dem sie wenigstens mal durchschnaufen können.

Auch und gerade die Reaktionen von Leuten, die ich seit ner Ewigkeit kenne und von denen ich nun Dinge auf Facebook & Co. lesen muss, die mich nur noch ungläubig den Kopf schütteln lassen, erschüttern mich. Wo kommt diese Angst her, dieser Hass, der Leute dazu bewegt, Brandanschläge zu verüben und Lügen und braune Propaganda zu verbreiten?

Aber dieser, “mein” Blog soll nicht zur Plattform für virtuelle Diskussionen dieser Art werden, das endet nur in endlosen Kommentar-Shitstorms und hilft niemandem. Daher sind die wenigen Zeilen, die ich hier dazu geschrieben habe, auch die letzten zu diesem Thema – wer mich kennt, weiß sehr gut, wie ich ticke und darüber denke, da muss ich mich nicht virtuell “profilieren”.

Anyway, ich werde versuchen, mich in den nächsten Tagen und Wochen wieder “normalen” Themen zu widmen und mich nicht mehr runterziehen zu lassen von all dem Mist…

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